Junge Frau nach … ins Krankenhaus eingeliefert … Mehr anzeigen

Was ist passiert?

Hat der Hund sie erschreckt?

Ist sie gestürzt?

Hat sie sich verletzt?

War es nur ein Lachanfall?

Oder handelt es sich um eine komplett erfundene Geschichte?

Genau diese Mischung aus Bild und unvollständiger Überschrift ist es, die Menschen dazu bringt, auf „Mehr anzeigen“ zu klicken.


Warum solche Überschriften so neugierig machen

Eine Überschrift wie:

„Junge Frau nach … ins Krankenhaus eingeliefert … Mehr anzeigen“

enthält absichtlich eine Lücke.

Das Gehirn möchte diese Lücke automatisch schließen.

Menschen sehen nur:

„Junge Frau nach …“

und denken sofort:

„Nach was?“

Vielleicht nach einem Unfall.

Vielleicht nach einem Angriff.

Vielleicht nach einem medizinischen Notfall.

Vielleicht nach etwas völlig Harmlosen.

Diese Technik funktioniert besonders gut in sozialen Netzwerken, weil Nutzer innerhalb weniger Sekunden entscheiden, ob sie einen Beitrag öffnen oder weiterscrollen.

Eine vollständige Überschrift verrät die Geschichte.

Eine unvollständige Überschrift erzeugt dagegen eine Frage.

Und Fragen erzeugen Aufmerksamkeit.

Dabei ist es besonders wichtig, zwischen Unterhaltung und tatsächlicher Nachricht zu unterscheiden.

Denn ein dramatischer Satz kann zwar viele Klicks erzeugen, bedeutet aber nicht automatisch, dass das Ereignis tatsächlich stattgefunden hat.


Was zeigt das Bild wirklich?

Wenn man sich ausschließlich auf das sichtbare Bild konzentriert, lässt sich zunächst relativ wenig Dramatisches feststellen.

Zu sehen sind:

  • eine junge Frau,
  • ein sehr großer Hund,
  • ein Wohnzimmer,
  • ein Sofa,
  • Kleidung,
  • Schuhe beziehungsweise Hausschuhe,
  • und eine offensichtlich humorvolle Situation.

Es ist kein Krankenhaus zu sehen.

Es sind keine Rettungskräfte zu sehen.

Es ist kein Unfall zu erkennen.

Es gibt auch keinen sichtbaren Hinweis auf eine Verletzung.

Deshalb wäre es falsch, allein aufgrund des Fotos zu behaupten, dass die Frau tatsächlich nach einem bestimmten Ereignis ins Krankenhaus eingeliefert wurde.

Das Bild kann eine Geschichte illustrieren.

Es beweist die Geschichte aber nicht.

Diese Unterscheidung ist gerade bei viralen Facebook-Beiträgen wichtig.


Der riesige Hund wird zum eigentlichen Star

Obwohl die Überschrift von einer jungen Frau spricht, dürfte für viele Betrachter zunächst der Hund interessanter sein.

Er ist außergewöhnlich groß und besitzt eine kräftige Statur.

Sein Kopf wirkt beinahe so groß wie der Oberkörper eines kleineren Hundes.

Seine Vorderbeine sind lang und kräftig.

Seine Pfoten wirken riesig.

Und weil er direkt vor der Kamera sitzt, erscheint er noch größer.

Dazu trägt er ein rotes Kleidungsstück, wodurch die Szene noch ungewöhnlicher wirkt.

Ein großer Hund in einem roten Oberteil?