Jeanne Louise Calment ist weltweit als der Mensch mit dem längsten Leben bekannt, dessen Existenz durch vollständige und sorgfältig geprüfte Dokumentation belegt ist. Geboren am 21. Februar 1875 in der warmen und geschichtsträchtigen Stadt Arles in Südfrankreich, lebte sie außergewöhnliche 122 Jahre und 164 Tage und verstarb schließlich am 4. August 1997.
Ihr Leben fasziniert Wissenschaftler, Historiker, Mediziner und die breite Öffentlichkeit bis heute, denn ihre außergewöhnliche Langlebigkeit ging mit einer einzigartigen Persönlichkeit und Lebensweise einher. Jeannes Geschichte wird durch eine umfangreiche Sammlung verlässlicher Dokumente belegt, darunter Geburtsurkunden, Heiratsurkunden, Volkszählungsdaten, Gerichtsakten und zahlreiche Fotografien. Experten für Demografie und Langlebigkeitsforschung haben diese Materialien jahrzehntelang untersucht und sind sich einig, dass Jeanne Calment den unbestrittenen Rekord für die längste bestätigte Lebensspanne eines Menschen hält.
Das Guinness-Buch der Rekorde erkennt sie als die älteste verifizierte Person an.
Sie ist die einzige Person, deren Alter nachweislich über 119 Jahre liegt. Ihre außergewöhnliche Lebensspanne ist einzigartig und stellt ein seltenes Phänomen dar, das die moderne Wissenschaft weiterhin erforscht. Jeannes Leben erstreckte sich über drei Jahrhunderte, wodurch sie technologische, kulturelle und politische Umwälzungen miterlebte, die die Welt auf unvorstellbare Weise veränderten.
Sie wurde in einer Zeit geboren, die vom vorindustriellen Frankreich geprägt war, als Elektrizität noch eine Neuheit war und sich das Land vom Deutsch-Französischen Krieg erholte. Als sie 1997 starb, hatte die Welt zwei Weltkriege erlebt, das Weltraumzeitalter erreicht, sich durch Telefone und Computer vernetzt und die ersten Schritte ins digitale Zeitalter unternommen. Sie erlebte die Erfindung der Glühbirne, den Bau des Eiffelturms und hörte noch die Diskussionen über das Internet. Ihre Geschichtsperspektive umfasste Epochen, von denen die meisten Menschen nur lesen.
Was Jeannes Geschichte so faszinierend macht, ist die Unerwartetheit ihres Lebensstils. Viele führen ein langes Leben auf strenge Diäten, intensives Training oder den völligen Verzicht zurück. Jeannes Gewohnheiten schienen jedoch anders zu sein. Sie liebte Schokolade – oft aß sie mehr als ein Kilo pro Woche – und genoss Desserts mit Begeisterung. Sie trank Wein, vor allem Portwein, und blieb dem Rauchen von ihrem 21. bis zu ihrem 117. Lebensjahr treu. Trotz dieser Gewohnheiten erfreute sie sich bemerkenswerter Gesundheit und blieb von vielen Altersbeschwerden verschont.Ihre Widerstandsfähigkeit lässt vermuten, dass Langlebigkeit auf einer Kombination aus genetischer Veranlagung, Umweltfaktoren, emotionalem Wohlbefinden und einem ausgewogenen Lebensstil beruht. Trotz ihrer Genüsse blieb sie aktiv. Jeanne fuhr bis weit in ihre Neunziger Fahrrad und unternahm Spaziergänge in Arles, lange nachdem viele ihrer Altersgenossen vollständig auf Hilfe angewiesen waren. Mit 100 Jahren besuchte sie persönlich die Häuser ihrer Stadt, um sich für die Geburtstagswünsche zu bedanken. Diese Gewohnheit, sozial aktiv, körperlich und geistig fit zu bleiben, mag eine wichtige Rolle in ihrer außergewöhnlichen Vitalität gespielt haben.