Der besondere Zauber einer Oma-Küche
Eine Küche kann ein ganz gewöhnlicher Raum sein.
Ein Herd.
Ein Kühlschrank.
Ein Tisch.
Ein paar Schränke.
Vielleicht eine alte Küchenmaschine.
Doch sobald Oma darin steht, bekommt der Raum eine ganz andere Bedeutung.
Dort werden nicht nur Lebensmittel verarbeitet.
Dort entstehen Erinnerungen.
Man hört das Klappern von Geschirr.
Das Rühren einer Schüssel.
Das Öffnen des Backofens.
Das Geräusch eines Messers auf einem Schneidebrett.
Und irgendwo läuft vielleicht das Radio.
Währenddessen steht Oma mitten in diesem kleinen Küchenchaos und weiß genau, was sie tut.
Sie muss kein Rezeptbuch öffnen.
Sie sagt:
„Ein bisschen davon.“
„Noch eine Prise.“
„Schau einfach, bis es richtig aussieht.“
Und wenn jemand fragt, wie viel genau hineinmuss, lautet die Antwort:
„Das weiß ich nicht. Das mache ich immer nach Gefühl.“
Eine Torte, die nach Zuhause schmeckt
Auf dem Bild steht eine wunderschöne Schwarzwälder Kirschtorte im Mittelpunkt.
Dunkle Schokoladenböden.
Weiße Sahne.
Rote Kirschen.
Schokoladenraspeln.
Schon die Kombination der Farben macht diese Torte unverwechselbar.
Die Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission beschreibt die Schwarzwälder Kirschtorte als Kirschwasser-Sahnetorte beziehungsweise Kirschwasser-Butterkremtorte oder eine Kombination daraus. Typisch sind Kirschen, dunkle Biskuit- oder Wiener Böden mit Kakao, Sahne beziehungsweise Butterkrem und Schokoladenspäne; der Geschmack des zugesetzten Kirschwassers soll deutlich wahrnehmbar sein. (Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission)
Damit ist die Torte weit mehr als irgendeine Schokoladentorte.
Sie gehört zu den bekanntesten kulinarischen Symbolen des Schwarzwaldes.
Die Schwarzwald Tourismus GmbH bezeichnet sie als international bekannten Botschafter der Region. (Schwarzwald Tourismus)
Warum die Schwarzwälder Kirschtorte so besonders ist
Eine klassische Schwarzwälder Kirschtorte lebt vom Zusammenspiel verschiedener Geschmacksrichtungen.
Da ist zunächst der kräftige Kakao.
Dann kommt die cremige Sahne.
Dazu die fruchtige Säure der Kirschen.
Und schließlich das charakteristische Aroma von Kirschwasser.
Genau dieses Zusammenspiel macht die Torte so besonders.
Sie ist süß, fruchtig, cremig und schokoladig.
Und sie ist gleichzeitig ein Stück deutscher Backtradition.
Interessant ist außerdem, dass die Geschichte ihrer Entstehung nicht völlig eindeutig geklärt ist. Die Schwarzwald Tourismus GmbH verweist auf verschiedene Theorien und nennt unter anderem den Konditor Josef Keller, der 1915 in Bad Godesberg eine entsprechende Torte gebacken haben soll. Gleichzeitig gab es im Südschwarzwald schon früh eine Kombination aus Kirschen, Rahm und Kirschwasser, die als „Schwarzwälder Crème“ bekannt war. (Schwarzwald Tourismus)
Die Farben erinnern an den Schwarzwald
Es gibt eine bekannte Vorstellung, nach der die drei typischen Farben der Torte an traditionelle Elemente des Schwarzwaldes erinnern.