Etwas Schreckliches, etwas Unwiderrufliches. Ich setzte mich neben Héline. Sie zitterte heftig. Ihre Zähne klapperten, ihre Hände waren zu Fäusten geballt, ihr Bauch fühlte sich an, als wolle er das Baby mit der Kraft eines Funkens beschützen. Ich flüsterte ihr zu: „Alles wird gut“, aber meine Stimme klang schwach, unglaubwürdig, denn ich glaubte es selbst nicht, und sie auch nicht.
Der LKW sprang an. Wir fuhren stundenlang den Berg hinauf. Die Strecke führte über schmale, gefährliche Schotterpisten, die bei jeder Kurve heftig durchgeschüttelt wurden. Einige Frauen erbrachen sich, andere weinten leise. Ich umklammerte meinen Bauch und spürte, wie mein Sohn strampelte, als ob auch er ahnte, dass etwas Schreckliches passieren würde. Als wir endlich anhielten, standen wir vor einem von Stacheldraht und Wachen umgebenen Ort.
Es war kein Konzentrationslager wie Auschwitz oder Dackel. Es war kleiner, abgelegener und lag versteckt in nebelverhangenen Bergen. Später erfuhr ich, dass der Ort Camp Vertors Süd hieß, ein Versuchslager, das eigens zur Erforschung gefangener Frauen aus der Umgebung errichtet worden war. Nach dem Krieg wurde seine Existenz aus den offiziellen Aufzeichnungen getilgt.
Die Deutschen verbrannten die Dokumente. Sie vernichteten die Beweise, aber ich war dabei. Ich habe gesehen, was sie tat, und ich habe es nie vergessen. Wenn Sie diese Worte jetzt hören, wo immer Sie sind – zu Hause, bei der Arbeit, auf dem Heimweg – halten Sie einen Moment inne. Atmen Sie tief durch. Schauen Sie sich um und erkennen Sie, dass die Welt um Sie herum auf den Häusern von Menschen erbaut ist, die nie die Chance hatten, ihre Geschichten zu erzählen.
Es ist nicht nur eine Geschichte; Es ist ein Zeugnis. Es sind Blut, Schweiß und Tränen, die in Worten gefasst wurden. Und wenn dich beim Hören dieser Worte etwas berührt, hinterlasse eine Spur, eine Reaktion, ein Wort, damit diese Frauen nicht vergessen werden, damit ihre Namen nicht im Schweigen versinken. Wir wurden unter Schreien aus dem LKW gezerrt.
Sterben
Die Soldaten stießen auf uns, als wir die Arme zurückzogen, und beschimpften uns auf Deutsch – Worte, die wir nicht verstanden, deren Hass aber unübersehbar war. Mein rechtes Bein prallte gegen die Metallseite des Lastwagens und begann zu bluten, doch das kümmerte niemanden. Sie stellt uns vor einen deutschen Offizier mit einer Aktentasche. Langsam ging er die Reihe entlang, blieb bei jeder Frau stehen und untersuchte unsere Bäuche mit klinischer Aufmerksamkeit, während er sich Notizen machte.