„Mir geht es gut.“
„Du zerquetschst gerade den Rollstuhl.“
„Ich vertraue keinen Rädern, die ich nicht selbst kontrolliere.“
„Du hast keine Räder mehr kontrolliert, seit du gegen den Briefkasten von Mrs. Fowler gefahren bist.“
„Dieser Briefkasten ist aus dem Nichts aufgetaucht.“
Ich redete einfach weiter, weil ich wusste, dass es ihr half.
Ich zeigte ihr die Flugzeuge.
Ich machte Witze über den überteuerten Kaffee.
Ich fragte sie, ob sie Wasser, einen Pullover oder etwas zu essen wollte.
Jedes Mal, wenn sie lächelte, hatte ich das Gefühl, wenigstens etwas für sie tun zu können.
Wir durften als Erste einsteigen.
Mama setzte sich an das Fenster. Ich nahm den Platz neben ihr, während sich eine ältere Frau auf den Gangplatz setzte.
Auf der gegenüberliegenden Seite saß ein Mann in einer grauen Jacke.
Er warf uns einen kurzen Blick zu und öffnete anschließend eine Zeitschrift.
Beim Start griff Mama nach meiner Hand.
„Dieses Geräusch ist normal“, sagte ich.
„Das da?“
„Auch normal.“
„Und die Vibrationen?“
„Normal.“
„Und wenn der Flügel abfällt, ist das dann auch normal?“
„In diesem Fall würde ich zugeben, dass etwas Ungewöhnliches passiert ist.“
Die Frau neben mir lachte.
Mama ebenfalls.
Trotzdem ließ sie meine Hand erst los, als das Flugzeug seine Reiseflughöhe erreicht hatte.
Während der nächsten Stunde redeten wir leise miteinander
Mama bat mich, ihr zu sagen, welche Städte wir unter uns sehen konnten.
Ich erklärte ihr, dass ich absolut keine Ahnung hatte, worauf wir gerade hinunterblickten.
Also erfand sie einfach Namen.
„Das ist Millersburg“, sagte sie.
„Woher willst du das wissen?“
„Es sieht eben aus wie ein Millersburg.“
Dann sprach sie über meinen Vater.
Papa war seit acht Jahren tot.
Ein Herzinfarkt hatte ihn uns genommen, bevor überhaupt jemand von uns gewusst hatte, dass er krank war.
„Er hätte diese Aussicht geliebt“, sagte Mama.
„Er hätte sich über die Beinfreiheit beschwert.“
Sie lächelte.
Einige Minuten später klappte der Mann auf der anderen Seite plötzlich seine Zeitschrift zu.
Mama zuckte zusammen.
Er beugte sich in unsere Richtung und bellte:
„Seien Sie still oder verschwinden Sie!“
Seine Stimme war über mehrere Sitzreihen hinweg zu hören.
Menschen blickten von ihren Handys auf.
Hinter uns seufzte jemand zustimmend.
Mir wurde heiß im Gesicht.
„Es tut mir leid“, sagte ich. „Wir versuchen wirklich, niemanden zu stören.“