Seine Stimme brach.
„Ich habe während des gesamten Fluges nur an das Schlimmste gedacht. Jedes Geräusch fühlte sich an wie etwas, das zwischen ihr und mir stand. Aber das entschuldigt nicht, was ich gesagt habe.“
Mama betrachtete ihn.
„Wie heißt Ihre Frau?“
„Anne.“
„Welche Art von Krebs?“
„Bauchspeicheldrüsenkrebs.“
Mama schloss für einen Moment die Augen.
„Das tut mir leid.“
Gregory sah sie fassungslos an.
„Sie müssen mich nicht trösten.“
„Ich weiß.“
„Nach allem, was ich gesagt habe …“
Mama wandte sich wieder dem Fenster zu.
„Mein Mann hat immer gesagt, dass Schmerz Menschen grausam machen kann, wenn sie keinen anderen Weg finden, ihn herauszulassen.“
Gregory setzte sich langsam zurück.
„Er klingt nach einem besseren Mann als ich.“
„Er hatte auch seine Momente.“
Maria kam zurück.
Sie trug eine kleine Flasche alkoholfreien prickelnden Cider, zwei Plastikbecher und eine gefaltete Karte.
Captain Reed reichte die Karte Mama.
„Ihr Mann hat das bei der Fluggesellschaft hinterlassen.“
Auf der Vorderseite stand in Papas Handschrift nur ein Wort:
Evelyn.
Ihre Finger zitterten, als sie den Umschlag öffnete.
„Lies ihn vor“, sagte ich.
Sie begann zu lesen:
„Evelyn, wenn du das hier liest, bist du endlich in dieses Flugzeug gestiegen. Ich wusste, dass du es schaffen würdest, selbst wenn es Jahre dauern und Daniel dich an Bord schleppen müsste.“
Ich lachte durch meine Tränen.
Mama las weiter:
„Ich wünschte, ich könnte neben dir sitzen. Da ich das nicht kann, schau für uns beide aus dem Fenster.
Du hast immer gesagt, der Himmel müsse über den Wolken liegen, weil etwas so Schönes unmöglich leer sein könne.
Ich weiß nicht, ob du recht hattest.
Aber ich hoffe, dass du dich weniger allein fühlst, wenn du dort hinaussiehst.“
Ich bedeckte mein Gesicht mit den Händen.
Mama lachte und weinte gleichzeitig.
Die Frau neben mir reichte mir ein Taschentuch.
Mama las weiter:
„Passt aufeinander auf.
Seid mutig, wenn ihr könnt.
Seid freundlich, wenn ihr es nicht könnt.
Und Evelyn, verbringe nicht den gesamten Flug damit zu reden. Manche Menschen versuchen zu schlafen.“
Für eine Sekunde war es vollkommen still in der Kabine.
Dann lachte Gregory.
Diesmal war es kein bitteres Lachen.
Mama sah über den Gang zu ihm.
„Offenbar stimmt mein Mann Ihnen zu.“
Gregory bedeckte sein Gesicht mit den Händen.
„Bitte machen Sie es nicht noch schlimmer.“