„Das ist doch lächerlich.“
Niemand antwortete ihm.
Eine Minute später öffnete sich die Cockpittür.
Ein großer Mann mit silbernen Haaren trat in die Kabine.
Maria reichte ihm die Bordkarte.
In dem Moment, in dem er Mamas Namen las, veränderte sich sein Gesichtsausdruck.
Er kam zu uns.
„Mrs. Evelyn?“
Mama hob vorsichtig eine Hand.
„Ja?“
„Mein Name ist Captain Reed.“
„Guten Tag.“
Er hielt die Bordkarte hoch.
„Ma’am, hat Ihr Mann Ihnen jemals von etwas erzählt, das er einen ‚Flug in die Wolken‘ genannt hat?“
Mamas Lächeln verschwand.
„Mein Mann?“
„Robert.“
Ich starrte den Piloten an.
„Woher kennen Sie den Namen meines Vaters?“
Captain Reed sah mich kurz an und wandte sich dann wieder Mama zu.
„Vor acht Jahren hat Mr. Parker Kontakt mit dieser Fluggesellschaft aufgenommen. Er hatte gerade erfahren, dass er ein medizinisches Problem hatte. Er erzählte uns, seine Frau habe sich immer gewünscht, einmal über den Wolken zu fliegen.“
Mama hielt sich die Hand vor den Mund.
Papa war weniger als zwei Monate nach einer Routineuntersuchung gestorben.
Später hatten wir erfahren, dass er Schmerzen in der Brust ignoriert hatte.
Captain Reed sprach weiter:
„Ihr Mann hat zwei offene Flugtickets bezahlt. Er bat uns darum, sie aufzubewahren, bis Sie sich gesund genug – oder mutig genug – fühlen würden, eine Reise anzutreten.“
Mama schüttelte langsam den Kopf.
„Er hat mir nie etwas davon erzählt.“
„Er sagte, Sie würden sich weigern, wenn Sie wüssten, dass er dafür Geld ausgegeben hat.“
Ein schwaches Lachen entkam ihr.
„Das klingt nach Robert.“
Captain Reed nickte.
„Die Anfrage landete auf meinem Schreibtisch, weil sie ungewöhnlich war. Ich habe persönlich mit ihm gesprochen. Ich erklärte ihm, dass ich nicht versprechen könne, an dem Tag selbst das Flugzeug zu fliegen. Aber ich versprach ihm, dass ich Sie persönlich begrüßen würde, falls ich tatsächlich im Cockpit sitzen sollte.“
Er blickte auf die Bordkarte.
„Dieser Vermerk bedeutet, dass seine damalige Anfrage aktiviert wurde, als Ihre Daten in unserem Buchungssystem auftauchten.“
Meine Kehle schnürte sich zu.
Ich hatte die Tickets mit meiner eigenen Kreditkarte bezahlt.
Ich hatte keine Ahnung gehabt, dass Papas Wunsch noch immer irgendwo hinterlegt war.
Mama blickte aus dem Fenster.
„Er hat das geplant?“
„Ja, Ma’am.“
Ihre Schultern begannen zu zittern.
Ich legte meinen Arm um sie.
Monatelang hatte sie still in Krankenhauszimmern geweint.